VVEA VBBo GSchV

Grenzwerttabelle

Alle wichtigen Grenz-, Richt-, Prüf- und Sanierungswerte auf einen Blick: Aushubmaterial und Deponietypen B–E in einer Matrix nebeneinander, Bodenwerte und Grundwasseranforderungen kompakt darunter.

Abkürzungen & Fussnoten (aufklappen)
Hinweis: Kurzübersicht, vereinfacht dargestellt – ersetzt nicht das Studium der Originaltexte. Massgebend ist immer der vollständige Verordnungstext.

Gesamtgehalte: Aushubmaterial & Deponietypen B–E VVEA Anhang 3 & Anhang 5

Typ A hat in Anhang 5 VVEA keine eigenen Grenzwerte – massgebend sind dort die Aushub-Grenzwerte (Anhang 3) bzw. die VBBo-Richtwerte für Boden. Für Typ C gelten Metalle nicht als Gesamtgehalt, sondern werden über das Eluat geprüft (siehe unten) – Ausnahme Quecksilber, mit eigenem Grenzwert für einzelne Abfallarten.

Aushub (Typ A) Typ B Typ C Typ D Typ E Einheit: mg/kg Trockensubstanz (TS)
Gesamtgehalte in mg/kg Trockensubstanz (TS), sofern nicht anders vermerkt
Aushub – Anh. 3 Anh. 5 Anh. 5 Anh. 5 Anh. 5
Stoff (mg/kg TS) unbelastet
Ziff. 1
schwach belastet
Ziff. 2
Typ B
Ziff. 2.3
Typ C
Ziff. 3.4*
Typ D
Ziff. 4.4
Typ E
Ziff. 5.2
Antimon315305050
Arsen1515305050
Blei502505002 0002 000
Cadmium15101010
Chrom gesamt502505001 0001 000
Chrom (VI)0,050,050,10,50,5
Kupfer402505005 0005 000
Nickel502505001 0001 000
Quecksilber0,512≤ 555
Zink1505001 0005 0005 000
Cyanid gesamt0,5
LCKW (Σ7)0,10,51115
PCB (Σ6)0,10,511110
Aliphat. KW C5–C1015101010100
Aliphat. KW C10–C40502505005005005 000
BTEX (Σ6)15101010100
Benzol0,10,51111
PAK (Σ16 EPA)312,5252525250
Benzo[a]pyren0,31,533310
TOC40010 00020 00020 00020 00050 000
* Typ C: Organikagrenzwerte gemäss Anhang 5 Ziff. 3.4 VVEA gelten nur für Abfälle nach Ziff. 3.1 Bst. c–e; Metalle werden bei Typ C nicht als Gesamtgehalt limitiert, sondern über das Eluat (siehe Abschnitt „Eluatwerte“). † Quecksilber-Gesamtgehalt max. 5 mg/kg gilt bei Typ C nur für metallhaltige, anorganische und schwerlösliche Abfälle nach Ziff. 3.1 Bst. e.

Eluatwerte VVEA Anhang 5

Eluatwerte werden getrennt von den Gesamtgehalten geprüft (Auslaugung in Wasser). Angaben in mg/L, sofern nicht anders vermerkt.

Typ B 24 h, destilliertes Wasser

Ammoniak/Ammonium0,5 mg N/L
Fluoride2,0 mg/L
Nitrite1,0 mg/L
DOC20,0 mg C/L
Cyanid (frei)0,02 mg CN/L

Typ C – Test 1 CO₂-gesättigtes Wasser

Aluminium10,0 mg/L
Arsen0,1 mg/L
Barium5,0 mg/L
Blei1,0 mg/L
Cadmium0,1 mg/L
Chrom (III)2,0 mg/L
Cobalt0,5 mg/L
Kupfer0,5 mg/L
Nickel2,0 mg/L
Quecksilber0,01 mg/L
Zink10,0 mg/L
Zinn2,0 mg/L

Typ C – Test 2 destilliertes Wasser

Ammoniak/Ammonium5,0 mg N/L
Cyanid (frei)0,1 mg CN⁻/L
Chrom (VI)0,1 mg/L
Fluoride10,0 mg/L
Nitrite1,0 mg/L
Sulfite1,0 mg/L
Sulfide0,1 mg/L
Phosphat10,0 mg P/L
DOC20,0 mg C/L
pH-Wert6–12

Typ D 24 h, destilliertes Wasser

Cyanid (frei)0,02 mg CN/L

Gilt für Klärschlammaschen & Kugelfangmaterial nach Ziff. 4.4 Bst. b.

Typ E 24 h, destilliertes Wasser

Cyanid (frei)0,3 mg CN/L
Weitere Nebenbedingungen: max. löslicher Salzanteil im unbehandelten Abfall – Typ B 0,5 Gew.-%, Typ C 3 Gew.-%, Typ E 5 Gew.-%. Dioxine/Furane (PCDD/PCDF) bei Typ C und D je max. 1 µg TEQ/kg.

Boden – Richt-, Prüf- & Sanierungswerte VBBo Anhang 1 & 2

Richtwerte = Vorsorge/Bodenfruchtbarkeit, Prüfwerte = nutzungsspezifische Abklärungspflicht, Sanierungswerte = Nutzungseinschränkung. Werte in mg/kg TS (Böden bis 15 % Humus) bzw. mg/dm³ (> 15 % Humus).

Faustregel für die Praxis (Aushub/Bodenmaterial):
  • Unter dem Richtwert: Verwertung des Bodenmaterials grundsätzlich unproblematisch.
  • Zwischen Richt- und Prüfwert: Verwertung ist möglich, aber nutzungsabhängig eingeschränkt – die kantonale Behörde kann weitere Abklärungen verlangen.
  • Über dem Prüfwert: Verwertung ist eingeschränkt oder ausgeschlossen; für die Entsorgung sind die Grenzwerte der Deponietypen gemäss VVEA massgebend (Zuordnung nach tatsächlichem Schadstoffgehalt, siehe Grenzwerttabelle oben).

Vereinfachte Orientierung, kein Ersatz für die Einzelfallbeurteilung durch die kantonale Fachstelle – insbesondere bei Sanierungswert-Überschreitung gelten weitergehende Pflichten (Art. 8–10 VBBo).

Richtwerte — Vorsorge/Bodenfruchtbarkeit, gilt unabhängig von der Nutzung (0–20 cm)

Boden allgemein ChromNickelKupferZinkMolybdänCadmiumQuecksilberBleiFluorDioxine/
Furane/
dl-PCB
PAK
Σ16
PAK
BaP
PCB
Σ6
0–20 cm (t / l) 50 / –50 / 0,240 / 0,7150 / 0,55 / –0,8 / 0,020,5 / –50 / –700 / 20510,2
t = Totalgehalt, l = löslicher Gehalt. Einheiten: mg/kg TS für alle Stoffe ausser Dioxine/Furane/dl-PCB (ng TEQ/kg TS). PCB kennt keinen eigenen Richtwert (nur Prüf-/Sanierungswerte).

Prüfwerte — nutzungsspezifische Abklärungspflicht, nach Belastungsfläche

Nutzung / Belastungsfläche Blei
(t)
Cadmium
(t)
Cadmium
(l)
Kupfer
(t)
Kupfer
(l)
Dioxine/
Furane/
dl-PCB
PAK
Σ16
PAK
BaP
PCB
Σ6
Tiefe
Nahrungspflanzenanbau20020,02202020,20–20 cm
Futterpflanzenanbau20020,021500,7200,20–20 cm
Direkte Bodenaufnahme130010201010,10–5 cm
1 oral, inhalativ, dermal. t = Totalgehalt, l = löslicher Gehalt. Einheiten: mg/kg TS, Dioxine/Furane/dl-PCB in ng TEQ/kg TS.

Sanierungswerte — Nutzungseinschränkung/-verbot, nach Nutzungskategorie

Nutzungskategorie BleiCadmiumKupferZinkDioxine/
Furane/
dl-PCB
PAK
Σ16
PAK
BaP
PCB
Σ6
Tiefe
Landwirtschaft & Gartenbau2 000301 0002 0001 00030–20 cm
Haus- & Familiengärten1 000201 0002 0001001001010–20 cm
Kinderspielplätze1 000201001001010–5 cm
Totalgehalt (t) in mg/kg TS, Dioxine/Furane/dl-PCB in ng TEQ/kg TS. Zusätzlich gelten lösliche Grenzwerte für Landwirtschaft/Gärten (Cadmium 0,1 mg/kg; Kupfer 4 mg/kg; Zink 5 mg/kg) – siehe VBBo Anhang 1 Ziff. 13.

Grundwasser GSchV Anhang 2 Ziff. 22

Numerische Anforderungen an Grundwasser, das als Trinkwasser genutzt wird oder dafür vorgesehen ist.

ParameterAnforderung
DOC2 mg/L C
Ammonium (oxisch)0,08 mg/L N
Ammonium (anoxisch)0,4 mg/L N
Nitrat (NO₃⁻-N)5,6 mg/L N (≈ 25 mg/L Nitrat)
Sulfat40 mg/L
Chlorid40 mg/L
Aliphatische KW0,001 mg/L je Einzelstoff
Monocyclische arom. KW0,001 mg/L je Einzelstoff
PAK0,1 µg/L je Einzelstoff
FHKW0,001 mg/L je Einzelstoff
AOX0,01 mg/L
Organische Pestizide0,1 µg/L je Einzelstoff
Zusätzlich allgemein: Konzentrationen dürfen im Grundwasser nicht stetig zunehmen; Temperaturänderung max. 3 °C gegenüber dem natürlichen Zustand (Anhang 2 Ziff. 21 GSchV).

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